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Bund

Fischereipolitische Schwerpunkte

Die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) der Europäischen Union

Warum muss die Fischerei von Staats wegen reglementiert werden?

Die Antwort lautet: Weil die lebenden Ressourcen sowohl des Meeres wie der Binnengewässer nicht beliebig und unbegrenzt reproduzierbar sind und weil es kein Gleichgewicht zwischen Fangkapazitäten und vorhandenen Ressourcen gibt.

Wie die Landwirtschaft geh√∂rt auch die Fischerei in die ausschlie√üliche Zust√§ndigkeit der Europ√§ischen Gemeinschaft. Man spricht deshalb auch von einer "Gemeinsamen Fischereipolitik", abgek√ľrzt "GFP". Mit Hilfe der GFP reguliert die Europ√§ische Union die Fischerei zum Wohle der Allgemeinheit und speziell der Fischer und der Verbraucher.

Dies vollzieht sich in vier großen Bereichen, nämlich

  • der Erhaltung und Bewirtschaftung der Ressourcen, vor allem durch die Festsetzung von Fangmengen, die Begrenzung der Fangt√§tigkeit, den Erlass technischer Vorschriften (zum Beispiel zur Gestaltung der Fangger√§te oder zur Ausweisung von Schutzgebieten) und durch die Kontrolle der Fangt√§tigkeit,
  • der Gestaltung der Flottenstruktur insbesondere durch mehrj√§hrige Programme, mit deren Hilfe die Kapazit√§ten an die vorhandenen Ressourcen angepasst werden sollen,
  • der Aufrechterhaltung eines Marktes f√ľr Fischereierzeugnisse durch eine gemeinsame Marktorganisation, in dem Angebot und Nachfrage in einem ausgeglichenen Verh√§ltnis zueinander stehen,
  • der Gestaltung guter internationaler Beziehungen durch den Abschluss von Fischereiabkommen mit Drittstaaten und die Mitarbeit in internationalen oder regionalen Fischereiorganisationen.

√úberpr√ľfung der Gemeinsamen Fischereipolitik

Die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) wird alle 10 Jahre einer grundlegenden √úberpr√ľfung unterzogen. Das Ergebnis der √úberpr√ľfung aus dem Jahre 2002 war, die GFP einer Reform zu unterziehen und dabei insbesondere Belange des Umweltschutzes st√§rker in den Vordergrund zu r√ľcken, um dem Ziel einer √∂kologisch vertr√§glichen und √∂konomisch vern√ľnftigen Fischerei, n√§her zu kommen. Dies soll vor allem durch den Abbau der nach wie vor bestehenden √úberkapazit√§ten bei den Flotten, durch die Anwendung schonenderer Fangmethoden und ein verbessertes Fischereimanagement unter strikter Beachtung der wissenschaftlichen Empfehlungen geschehen. Kernst√ľcke eines verbesserten Managements sind:

  • Mehrj√§hrige Wiederauff√ľllungs- und Bewirtschaftungspl√§ne,
  • Anwendung des Vorsorge- und √Ėkosystemansatzes,
  • Verbesserung der Kontrolle,
  • St√§rkere Einbeziehung aller Beteiligten (insbesondere Fischer, Verarbeitungsindustrie, Verbraucher- und Umweltverb√§nde) in die Entscheidungsprozesse.