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Europa

Anlanderegelung

Fragen zum Anlandegebot ab dem 1. Januar 2015

Mit der Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik werden ab 1. Januar 2015 schrittweise R├╝ckwurfverbote f├╝r Fischereien auf quotierte Arten eingef├╝hrt. F├╝r die Ostsee gilt dann das R├╝ckwurfverbot bzw. die Anlandepflicht bereits f├╝r alle Fischereien auf diese Arten - mit Ausnahme von Scholle. F├╝r die Nordsee und die nordwestlichen Gew├Ąsser sind zun├Ąchst nur die pelagischen Fischereien vom R├╝ckwurfverbot betroffen.

Da alle Beteiligten mit dieser grundlegenden Reform Neuland betreten, sind Startschwierigkeiten erfahrungsgem├Ą├č nicht auszuschlie├čen. Um diese auf ein Minimum zu begrenzen, m├Âchten wir Sie ermuntern, uns die Fragen zu stellen, die aus Ihrer Sicht der Kl├Ąrung bed├╝rfen. Wir werden Ihre Fragen sammeln und in einem Frage-Antwort-Katalog so genau und ausf├╝hrlich wie m├Âglich auf dieser Seite beantworten.

Frage:

Wie ist in den Gew├Ąssern Mecklenburg-Vorpommerns mit Lachsf├Ąngen (ma├čige und unterma├čige) innerhalb der Schonzeit f├╝r Lachs (vom 15. September bis 14. Dezember - ┬ž 5  K├╝FVO M-V) zu verfahren?

Antwort:

Eine gezielte Fischerei auf Lachs innerhalb der Schonzeit ist verboten. Eine Schonzeit gibt es ebenfalls in Schleswig-Holstein. Dort d├╝rfen gem├Ą├č ┬ž 2 Absatz 1 K├╝FO-SH vom 1. Oktober bis 31. Dezember Lachse nicht angelandet werden (dies gilt f├╝r Fische im Laichkleid, silbrige Fische mit losen Schuppen sind ausgenommen).

Innerhalb der Schonzeiten kann jedoch Lachs als Beifang anfallen. Ob der beigefangene Lachs anzulanden oder ├╝ber Bord zu geben ist, h├Ąngt von der Zielfischart ab:

Bei der Fischerei auf Arten, die der Anlandepflicht unterliegen, sind alle innerhalb der Schonzeit beigefangenen Lachse anzulanden. Das Anlandegebot geht insoweit vor. Anlandepflichtige Arten in der Ostsee sind zurzeit - abgesehen von Lachs - Hering, Sprotte und Dorsch.

Dies bedeutet, dass beispielsweise in der Dorschfischerei beigefangene Lachse anzulanden sind. Die Anlandepflicht gilt sowohl f├╝r ma├čige als auch f├╝r unterma├čige Lachse.

Werden Lachsbeif├Ąnge hingegen beispielsweise in der Schollenfischerei get├Ątigt, mithin einer Art, die (noch nicht) der Anlandepflicht unterliegt, m├╝ssen unterma├čige Lachse immer ├╝ber Bord gegeben werden. Dies gilt mithin nicht nur in der Schonzeit. Ma├čige Lachse sind aufgrund der landesrechtlichen Vorschriften innerhalb der Schonzeit ebenfalls ├╝ber Bord zu geben, d. h. sie d├╝rfen nicht angelandet werden.

Zu beachten ist, dass Scholle ab 2017 ebenfalls unter das Anlandegebot f├Ąllt, so dass dann in dieser Fischerei beigefangene Lachse - ob ma├čig oder unterma├čig - immer angelandet werden m├╝ssen.
(Stand: 20.09.2016)

Frage:

Wie ist in den Gew├Ąssern Mecklenburg-Vorpommerns mit F├Ąngen von Meerforelle innerhalb der Schonzeit f├╝r Meerforelle (vom 15. September bis 14. Dezember - ┬ž 5  K├╝FVO M-V) zu verfahren?

Antwort:

Die Fischerei auf Meerforelle in den Gew├Ąssern Mecklenburg-Vorpommerns ist innerhalb der Schonzeit verboten.

Da Meerforelle nicht der Anlandepflicht unterliegt, sind innerhalb der Schonzeit gefangene Meerforellen - auch beigefangene - ├╝ber Bord zu geben. Dies gilt sowohl f├╝r ma├čige als auch f├╝r unterma├čige Meerforellen.
(Stand: 20.09.2016)

Frage:

Wird die Anlandepflicht auf nicht quotierte Arten ausgeweitet werden?

Antwort:

Die in der Grundverordnung zur gemeinsamen Fischereipolitik der EU festgelegte schrittweise Einf├╝hrung der Verpflichtung zur Anlandung bezieht sich in den von deutschen Fischern befischten Gebieten auf s├Ąmtliche F├Ąnge von Arten, f├╝r die Fangbeschr├Ąnkungen gelten.

Damit besteht nach derzeitiger Rechtslage keine Anlandepflicht auf nicht quotierte Arten.
(Stand: 20.09.2016)

Frage:

Wie ist bei der Heringsfischerei innerhalb der Schonzeit f├╝r Dorsch (15. Februar bis 31. M├Ąrz) mit Dorschbeif├Ąngen umzugehen?

Antwort:

Innerhalb der Schonzeit beigefangene Dorsche sind anzulanden.
(Stand: 29.12.2015)

Frage:

Wie ist bei der Heringsfischerei mit einem Schleppnetz oder einem Stellnetz in der Ostsee zu verfahren, wenn der Beifang an Dorsch bei ├╝ber 5 % liegt?

Antwort:

Gem├Ą├č Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 2187/2005 in Verbindung mit den Anh├Ąngen II und III darf bei der Heringsfischerei der Dorschanteil 3 % nicht ├╝berschreiten. Dieser Vorschrift zur Fangzusammensetzung geht die Verpflichtung zur Anlandung gem├Ą├č Artikel 15 Absatz 1 VO (EU) Nr. 1380/2013 vor. Dies bedeutet, dass Dorsch auch dann angelandet werden muss, wenn die Beif├Ąnge ├╝ber 3 % liegen.
(Stand: 01.12.2015)

Frage:

Wie ist bei Heringsstellnetzen bei M├Âwen- und Robbenfra├č und zerdr├╝ckten Heringen vorzugehen?

Antwort:

Durch R├Ąuberfra├č besch├Ądigte Fische d├╝rfen zur├╝ck geworfen werden.
(Stand: 22.12.2014)

Frage:

Wie ist in der Langleinenfischerei mit unterma├čigen Aalen, Flundern, Dorschen und Zandern zu verfahren? Der Angler darf diese Fische ├╝ber Bord werfen, der Fischer nicht?

Antwort:

Aale, Flundern und Zander sind nicht quotierte Arten, d. h. unterliegen nicht der Anlandeverpflichtung und keinen Fangbeschr├Ąnkungen der Gemeinsamen Fischereipolitik ("GFP"). Zu beachten sind ggf. l├Ąnderspezifische Regelungen.

Wenn in der berufsm├Ą├čigen Langleinenfischerei (d. h. nicht Angelfischerei) Lachse und Dorsche gefangen werden, unterliegen diese dagegen der Anlandeverpflichtung, d. h. unterma├čige Fische sind anzulanden und werden auf die zul├Ąssige Fangmenge angerechnet.

Die Angelfischerei unterliegt grunds├Ątzlich nicht der GFP. Dorschf├Ąnge in der Angelfischerei unterliegen daher nicht der Anlandeverpflichtung.
(Stand: 22.12.2014)

Frage:

Welche Mindestreferenzgr├Â├če gilt f├╝r Dorsch in der Ostsee?

Antwort:

Die bisherige Mindestanlandegr├Â├če wird durch die Mindestreferenzgr├Â├če ersetzt. Diese wird f├╝r den Dorsch in der Ostsee ab dem 1. Januar 2015 statt der bisherigen 38 cm 35 cm betragen.
(Stand: 22.12.2014)

Anfrage

Anlandegebot ab dem 1. Januar 2015